
C. Wirschke meets: Skoko und Glazomer
Wenn wir Gäste zu uns ins Haus einladen, dann nicht, weil ihre Namen gut auf ein Plakat passen. Wir laden Menschen ein, mit denen wir uns gern unterhalten. Menschen, die über Kleidung so nachdenken wie wir: über den Stoff, über die Verarbeitung und darüber, was ein Anzug mit dem Menschen macht, der ihn trägt.
Fabian Skoko und Anton Urschumzew von Glazomer sind zwei solche Menschen. Beide sind jung, beide haben ihr eigenes Label aufgebaut, und beide tragen Anzug nicht zu besonderen Anlässen, sondern im Alltag. Am 7. November sind sie bei uns in Düsseldorf zu Gast, wenn wir gemeinsam mit Orazio Luciano und 100Hands unsere nächsten Maßtage feiern. Vorher möchte ich Ihnen die beiden gern vorstellen.

Clemens trägt einen Anzug von Orazio Luciano und eine Krawatte von Skoko.
SKOKO – Die Geschichte hinter der Marke
SKOKO ist aus einer persönlichen Leidenschaft für klassische Herrenmode entstanden. Hinter der Marke steht Fabian Skoko, der sich seit vielen Jahren intensiv mit Anzügen, Schneiderkunst, hochwertigen Stoffen und den kleinen Details beschäftigt, die ein gutes Outfit ausmachen.
Was zunächst mit der eigenen Begeisterung für maßgeschneiderte Kleidung begann, entwickelte sich zu einer klaren Überzeugung: Klassische Herrenmode sollte nicht ausschließlich besonderen Anlässen vorbehalten sein. Ein Anzug muss keine Pflicht sein und eine Krawatte keinen bestimmten Dresscode voraussetzen. Beides kann vielmehr Ausdruck des eigenen Stils und der persönlichen Haltung sein.
Genau aus diesem Gedanken heraus gründete Fabian Skoko im Jahr 2026 seine eigene Marke SKOKO. Den Anfang machten handgefertigte Krawatten, die zeitloses Design mit einer individuellen gestalterischen Handschrift verbinden.

Jedes Design wird von Fabian persönlich entwickelt. Farben, Muster, Proportionen und Modellnamen sind bewusst gewählt und häufig von persönlichen Erlebnissen, besonderen Orten oder Menschen inspiriert. So entstehen Kollektionen, die nicht einfach verschiedene Krawatten zusammenfassen, sondern jeweils eine eigene Geschichte erzählen. Bei der Herstellung setzt SKOKO auf ausgewählte Seidenstoffe und die Zusammenarbeit mit spezialisierten italienischen Manufakturen. Die Krawatten werden in kleinen, limitierten Serien gefertigt. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht wechselnde Trends, sondern die Qualität des Materials, eine sorgfältige Verarbeitung und ein Produkt, das über viele Jahre Freude bereitet.
Doch SKOKO versteht sich nicht nur als Marke für hochwertige Herrenaccessoires. Dahinter steht der Wunsch, Männer wieder stärker für klassische Herrenmode zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass Eleganz und Individualität ganz selbstverständlich zum Alltag gehören können.
Die Idee hinter SKOKO lässt sich deshalb in einem Satz zusammenfassen: Anzüge wieder zurück auf die Straßen. Entdecken Sie die Krawatten bei uns vor Ort am 07. November.

Anton Urschumzew und Glazomer: Eine Uniform für die, die etwas vorhaben
Anton kommt aus einer anderen Richtung. Bevor er Glazomer gründete, arbeitete er als Fotograf und Videograf in der Modebranche. Er kannte die Bilder, die Kampagnen, die Inszenierung. Die Begeisterung für klassische Herrenkleidung kam erst später, während eines Aufenthalts in London. Dort begann er, sich mit Schneiderkunst zu beschäftigen und selbst mit dem Anzug zu experimentieren.
Dabei fiel ihm eine Lücke auf: Abseits weniger alteingesessener Häuser gab es kaum einen frischen, zeitgemäßen Zugang zu eleganter Kleidung. Vor allem nicht für junge Männer, die gerade erst anfangen, sich ihren Platz zu erarbeiten. 2021 gründete er Glazomer, um genau das zu ändern.

Antons erstes Produkt war eine Socke. Das klingt bescheiden, ist aber ziemlich klug. Die Socke ist das Detail, das kaum jemand bemerkt und das nur der Träger selbst wirklich spürt. Und doch braucht ein elegantes Outfit eine elegante Socke. Die Glazomer-Socken sind aus merzerisierter Baumwolle mit klassischem Rippstrick und einem leichten, seidigen Glanz, gemacht für den Lederschuh.
Inzwischen ist daraus eine vollständige Garderobe geworden: Sakkos und Anzughosen, darunter Modelle aus Flanell und Fresco mit Gurkha-Bund, Hemden, Strick und Merino, Westen und Jacken bis hin zu Accessoires. Die Farbpalette bleibt dabei bewusst schmal: Schwarz, Grau und Blau, Akzentfarben nur sparsam. Der Schnitt ist zeitlos statt modisch.
Glazomer versteht sich als Label für „Young Professionals": für Menschen, die ihren eigenen Weg gehen, hart für ihre Ziele arbeiten und dabei elegant und zeitgemäß gekleidet sein wollen. Ich mag diesen Gedanken einer Uniform im besten Sinne. Nicht als Verkleidung, sondern als Grundlage, auf der man sich jeden Morgen verlassen kann.

Warum gerade diese beiden?
Bei unseren Maßtagen geht es um das Handwerk von Orazio Luciano und 100Hands, um neapolitanische Sakkos und Hemden, an denen fünfzig Paar Hände arbeiten. Fabian und Anton passen dazu nicht, weil sie das Gleiche machen, sondern weil sie die gleiche Frage stellen: Wie bringen wir gute Kleidung in den Alltag?
Fabian beantwortet sie über das kleinste Detail mit der größten Wirkung, die Krawatte. Anton über eine Garderobe, mit der junge Männer ihren ersten ernsthaften Kleiderschrank aufbauen. Zusammen zeigen sie, dass der Anzug kein Relikt ist, sondern gerade wieder neue Träger findet. Und das freut mich mehr als jeder Trend.
Fünf Fragen an Fabian
1. Welche Idee steckt hinter SKOKO, die man auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennt?
„Was viele auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennen, ist, dass es uns bei SKOKO um viel mehr geht, als einfach nur Krawatten zu verkaufen. Wir möchten mit SKOKO etwas verändern. Ich finde es unglaublich schade, dass die klassische Herrenmode und vor allem die Krawatte so sehr aus unserem Alltag verschwunden sind. Für mich war ein Anzug oder eine Krawatte noch nie etwas, das man nur zu einem bestimmten Anlass trägt. Ich ziehe mich so an, weil ich einfach Freude daran habe. Und genau diese Begeisterung möchten wir mit SKOKO weitergeben. Wir möchten Menschen dazu ermutigen, sich wieder bewusster anzuziehen, ihren eigenen Stil zu entwickeln und auch mal eine Krawatte zu tragen, obwohl es der Anlass vielleicht gar nicht verlangt. Das ist der Gedanke hinter SKOKO: Anzüge wieder zurück auf die Straßen.“
2. Wenn du nur eine Krawatte behalten dürftest, welche wäre es und warum?
„Da muss ich tatsächlich gar nicht lange überlegen. Das wäre die ESPRESSO E MAELLE aus unserer allerersten Kollektion. Ich entwerfe jedes unserer Designs selbst, vergebe die Namen und überlege mir zu jeder Krawatte eine eigene Geschichte. Bei der ESPRESSO E MAELLE ist diese Geschichte allerdings eine ganz persönliche: Als wir mit SKOKO angefangen haben, habe ich morgens immer mit meiner Tochter Maelle auf dem Arm meinen Espresso gemacht. Dabei hat sie häufig an meiner Krawatte herumgespielt und sie mit ihren großen Augen angeschaut. Daraus ist unser ganz persönliches Morgenritual geworden, das wir übrigens bis heute haben. Jeden Morgen machen wir gemeinsam meinen Espresso, und Maelle ist dabei auf meinem Arm. Genau aus diesen gemeinsamen Momenten ist der Name ESPRESSO E MAELLE entstanden. Deshalb hat diese Krawatte für mich eine ganz besondere Bedeutung. Und egal, wie viele Krawatten wir in Zukunft noch entwerfen werden, die ESPRESSO E MAELLE wird für mich immer meine Nummer eins bleiben.“
3. Was unterscheidet eine gute Krawatte von einer außergewöhnlichen?
„Eine gute Krawatte zeichnet sich natürlich zunächst durch ihre Qualität aus. Die Seide, die Verarbeitung, die Einlage und auch das Design müssen stimmen. Auf all diese Details legen wir bei SKOKO unglaublich viel Wert. Aber damit aus einer guten Krawatte eine wirklich außergewöhnliche wird, braucht es für mich vor allem eines: Zeit. Eine außergewöhnliche Krawatte ist eine, mit der man etwas erlebt hat. Vielleicht hat man sie bei einem ganz besonderen Anlass getragen, auf einer unvergesslichen Reise oder an einem Tag, an den man sich noch Jahre später gerne erinnert. Mit der Zeit verbindet man mit dieser Krawatte immer mehr persönliche Erinnerungen und Geschichten. Und genau darin liegt für mich der Unterschied. Eine gute Krawatte kann man kaufen. Zu einer außergewöhnlichen macht man sie durch die Geschichten, die man mit ihr erlebt.“
4. Was ist der häufigste Fehler beim Tragen einer Krawatte?
„Der größte Fehler passiert meiner Meinung nach schon, bevor man die Krawatte überhaupt gebunden hat. Viele Menschen machen sich viel zu viele Gedanken darüber, was andere denken könnten, wenn sie eine Krawatte tragen. Ich finde es teilweise wirklich erschreckend, wie ungewöhnlich es mittlerweile geworden ist, im Alltag einfach eine Krawatte zu tragen. Da wird man direkt gefragt, ob man auf eine Hochzeit geht, einen wichtigen Geschäftstermin hat oder etwas Besonderes ansteht. Dabei sollte man sich davon überhaupt nicht beeinflussen lassen. Wenn man Lust hat, eine Krawatte zu tragen, dann sollte man das einfach machen. Man braucht dafür keinen besonderen Anlass und schon gar nicht die Zustimmung anderer. Genau diese Selbstverständlichkeit möchten wir mit SKOKO wieder zurückbringen.“
5. Was macht für dich einen wirklich stilvollen Mann aus?
„Für mich ist ein wirklich stilvoller Mann jemand, der seinen eigenen Geschmack entwickelt hat, weiß, was ihm steht, und sich nicht ständig danach richtet, was gerade angesagt ist. Guter Stil hat für mich auch überhaupt nichts mit dem Preis der Kleidung zu tun. Man kann einen unglaublich teuren Anzug tragen, aber wenn die Passform nicht stimmt oder man sich darin nicht wohlfühlt, bringt einem das alles nichts. Viel entscheidender finde ich ein gutes Gespür für Farben, Proportionen und Details. Und vor allem den Mut, seinen eigenen Stil zu tragen, ohne sich ständig Gedanken darüber zu machen, was andere davon halten. Was für mich aber genauso dazugehört, ist das persönliche Auftreten. Man kann noch so gut angezogen sein, aber wenn man anderen Menschen gegenüber arrogant oder respektlos auftritt, hat das für mich wenig mit Stil zu tun. Ein wirklich stilvoller Mann überzeugt deshalb nicht nur durch seine Kleidung, sondern auch durch seinen Charakter und seinen Umgang mit anderen Menschen.“

Fünf Fragen an Anton
1. Woher kommen die Ideen, die deine Arbeit prägen?
Die Ideen die meine Arbeit prägen sind meist Inspirationen die ich aus meiner Umwelt aufnehme. ich versuche offen durch die Welt zu gehen und mich vor nichts zu verschließen. Die Kreativität die für meine Arbeit benötigt wird kommt durch Ruhe und Langeweile. Man kann sich nicht dazu zwingen gute Ideen zu haben. Man kann sie nur wahrnehmen wenn man offen dafür ist und sie nicht verfolgt. Dann kommen sie von ganz alleine.
2. Gibt es ein Stück oder ein Detail, das dir besonders viel bedeutet?
Für mich ist das ganz klar das bordeaux farbene Inlay unserer Kollektion welches sich durch fast alle Jacken und Mäntel bei uns zieht. Ich finde es spannend wie eine einzige Farbe eine Verbundenheit zu einer Marke aufbauen kann. Ein Gefühl vermittelt ohne das man es aktiv merkt.
3. Was ist dir bei der Entwicklung oder Auswahl eines Kleidungsstücks besonders wichtig?
Für mich ist das wichtigste, aus was das Kleidungsstück gefertigt ist. Wenn ich beispielsweise einen wunderschönen Anzug sehe, dann aber herausfinde, dass dieser aus Polyester besteht wäre das ein automatisches Ausschlusskriterium. Deshalb versuchen wir darauf zu achten bei unseren Kleidungsstücken nur die hochwertigsten Materialien zu verwenden.
4. Gibt es einen Trend, mit dem du persönlich nichts anfangen kannst?
Ich persönlich kann nichts mit lauten Farben und wilden Mustern anfangen. Ich mag meine Outfits sehr schlicht, monochrom und unauffällig. Ich mag es wenn der Schnitt, die Haptik und die Kongruenz des Looks für sich spricht und nicht von lauten Farben übertönt wird.
5. Was ist immer eine gute Investition?
Eine gute Investition ist immer ein guter Lederschuh. Ein gutes paar rahmengenähter Loafer kann dich dein ganzes Leben lang begleiten. Diesen Gedanken finde ich schön und ich finde durch diese Langlebigkeit baut man eine ganz andere Verbindung zu dem Kleidungsstück auf.

Lernen Sie die beiden persönlich kennen
Am 7. November sind Fabian Skoko und Anton Urschumzew bei uns im Haus in Düsseldorf. Sie können sich mit beiden über das unterhalten, was sie antreibt. Wer sich bei Orazio Luciano einen Anzug oder bei 100Hands ein Hemd anfertigen lässt, kann die passende Krawatte gleich mitdenken. Ich freue mich auf Sie.
Clemens Wirschke












