
Private White V.C.: Britische Manteltradition, jetzt bei uns
Es gibt Marken, die man einkauft, weil sie gerade gefragt sind. Und es gibt Marken, bei denen ich nach dem ersten Termin genau wusste: Die gehören zu uns. Private White V.C. war Letzteres. Ich habe die Kollektion vor einigen Monaten zum ersten Mal in der Hand gehabt, und was mich sofort überzeugt hat, war nicht das Design allein, sondern die Haltung dahinter. Eine Fabrik in Manchester, die seit 1853 am selben Fleck steht. Eine Familie, die dort bis heute produziert. Und eine Geschichte, die tatsächlich erzählt, warum jedes Teil so aussieht, wie es aussieht. Ab sofort führen wir Private White V.C. bei Wirschke, mit Schwerpunkt auf Jacken und Mänteln. Und wir sind damit die Ersten überhaupt: Bisher gab es die Marke ausschließlich bei Private White V.C. selbst, wir sind das erste Haus, das sie als Händler führt.

Die Geschichte hinter dem Namen
Private White V.C. ist benannt nach Jack White, der im Ersten Weltkrieg mit dem Victoria Cross ausgezeichnet wurde, der höchsten britischen Tapferkeitsauszeichnung. Am 7. März 1917 band er sich in Mesopotamien ein Kupferkabel um den Körper und zog Verwundete durch das Wasser in Sicherheit. Nach dem Krieg wurde er Zuschneider und übernahm später eine Regenmantelfabrik in Salford, Manchester. Genau dort, im Cottenham House am Ufer des Irwell, wird bis heute gefertigt. Es ist die letzte verbliebene Bekleidungsfabrik der Stadt, die einmal die erste Industriestadt der Welt war, mit einem Archiv von 25.000 Schnittmustern und 15.000 Musterstücken.
Diese Geschichte ist kein Marketingtext, den sich jemand nachträglich ausgedacht hat. Sie erklärt, warum an fast jedem Teil Kupfer auftaucht: an Nieten, Reißverschlüssen, Knöpfen, D-Ringen. Kupfer als wiederkehrendes Material, das an Whites Rettungsaktion erinnert und eine direkte Linie vom Schlachtfeld zur Werkstatt zieht. Wenn man das einmal weiß, sieht man die Mäntel anders.
Warum wir Private White V.C. bei Wirschke führen
Wir führen keine Marken, nur weil ihre Geschichte gut ist. Was mich am Ende überzeugt hat, war die Machart. Über 90 Prozent der Materialien stammen aus einem Umkreis von rund 30 Kilometern um die Fabrik, von etablierten britischen Webereien. Jedes Stück wird von Hand zugeschnitten, genäht und geprüft, von Menschen, die zum Teil seit Jahrzehnten dort arbeiten. Das ist genau die Art von Handwerk, die zu unserem Verständnis von Qualität passt: nicht laut, aber konsequent.
Dazu kommt, dass Private White V.C. unser Mantelsortiment sinnvoll ergänzt. Wo wir mit Ulster, Bomber und Steppjacke das klassische Sortiment abdecken, bringt Private White V.C. die technische Seite der britischen Regenbekleidung mit hinein, ohne dabei nach Funktionsoutdoor auszusehen. Das ist ein Kontrast, der unserer Herrenauswahl in dieser Saison guttut.
Der Trenchcoat, neu interpretiert von seinen eigenen Machern
Private White V.C. fertigt Trenchcoats aus derselben Manchester-Fabrik seit 1853 und lieferte im Zweiten Weltkrieg tausende Mäntel an die alliierten Streitkräfte, darunter die Coats britischer Meldefahrer, die Feindinformationen von der Front brachten.
Verarbeitet wird 100 Prozent Baumwoll-Ventile®, ein Gewebe, das im Zweiten Weltkrieg für die Piloten der RAF entwickelt wurde. Die Fasern quellen bei Kontakt mit Wasser auf und bilden so eine natürliche Barriere, ganz ohne synthetische Membran. Jede Naht ist mit Kupferband versiegelt, dazu ein herausknöpfbares Woll-Kaschmir-Futter des schottischen Webers Kynoch, dessen Streifen auf Whites Regimentsdecke von 1916 zurückgeht. Sturmpatte und Rückensattel aus der historischen Dienstkleidung, Kupfer-D-Ringe, ein Gurt nach Vorbild der alten Ausrüstungsschlaufen, verstärkter Vandyke-Kragen: Details, die man normalerweise nur an Militärstücken aus Museen findet, hier aber ganz alltagstauglich verarbeitet sind.

Mein Styling-Tipp: Der Trenchcoat trägt sich über Anzug genauso überzeugend wie über einem schlichten Rollkragenpullover. Wer ihn lässiger tragen möchte, kombiniert ihn offen über Jeans und einem groben Strickpullover, das nimmt dem Schnitt jede Steifheit.
Der zweireihige Mantel: klassische Eleganz mit durchdachtem Innenleben
Neben den technischen Regenmänteln haben wir auch einen zweireihigen Mantel von Private White V.C. im Haus, und er ist für mich der Beweis, dass die Marke nicht nur Militärgeschichte kann, sondern auch Eleganz. Der Mantel ist vollständig gefüttert, die übergroßen Revers geben ihm eine klassisch elegante Silhouette, die ohne jede Anstrengung wirkt. Außen sitzen tief angesetzte Paspeltaschen, die praktischen Stauraum bieten und dem Mantel zugleich Charakter geben. Innen finden Sie zwei tabletfreundliche Taschen, jeweils mit einem RIRI-Reißverschluss gesichert: ideal für den Alltag, aber vor allem für Reisen, wenn Tablet, Pass und Bordkarte sicher untergebracht sein sollen.
Was mich bei diesem Mantel am meisten überzeugt, sind die Details, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt. Aufwendige Ziernähte mit Doppelnadel, Taschenfutter und Besätze an den inneren Manschetten aus gebürsteter Baumwolle, echte Hornknöpfe aus Großbritannien. Geätzte Kupfernieten am Nacken und an der Aufhängeschlaufe setzen dazu subtile Akzente und führen das Kupfer-Motiv der Marke bis in die Innenseite des Mantels. Gefertigt wird er, wie alle Stücke von Private White V.C., in der eigenen Fabrik in Manchester, England. Das spürt man an jeder Naht.

Mein Styling-Tipp: Die übergroßen Revers tragen den Mantel allein, also halten Sie den Rest des Outfits ruhig. Geschlossen getragen über Anzug oder Rollkragenpullover entsteht eine klare, aufrechte Linie, offen getragen wirkt er über Strick und Wollhose entspannter. Wählen Sie den Mantel so, dass unter dem Sakko noch Platz bleibt, die Schulterlinie sollte dabei sauber aufliegen.
Die Bomberjacke mit Flugzeugträger-Vergangenheit
Und dann ist da die Fliegerjacke, ein Stück, das mir besonders wichtig war. Ihre Ursprünge liegen bei den G-1-Jacken des Zweiten Weltkriegs, die US-Navy- und Marine-Corps-Piloten schützten, später durch Filme wie „Gesprengte Ketten“ mit Steve McQueen und „Top Gun“ mit Tom Cruise zur Ikone wurden.
Private White V.C. übersetzt diese Form britisch: Das Obermaterial ist Doeskin-Wolle aus dem Haus Mallalieus of Delph, unweit der eigenen Fabrik, die Wattierung besteht aus reiner Wolle statt Synthetik. Bei Mallalieus kommt zum Teil noch jahrzehntealte Maschinerie zum Einsatz, darunter eine seltene Dekatierpresse, die dem Stoff seinen dauerhaften Glanz und die weiche Haptik gibt. Echter Lammfellkragen, Schweizer RIRI-Reißverschlüsse in poliertem Kupfer, zweiseitige Schließung für mehr Bewegungsfreiheit, ein enger, kurzer Schnitt nach Vorbild des ursprünglichen Cockpit-Designs. Das Ergebnis ist warm, atmungsaktiv und deutlich leichter als eine vergleichbare Lederjacke.

Mein Styling-Tipp: Die Bomberjacke ist bei uns das Stück, das ich am ehesten zum Sakko rate, wenn jemand die klassische Linie auflockern möchte. Unter dem Blazer wirkt sie überraschend elegant, zur Chino und zum Strickpullover bleibt sie casual, ohne beliebig zu wirken.
So kombinieren Sie Private White V.C. am besten
Ein paar Grundregeln, die sich bei uns im Verkaufsgespräch immer wieder bewähren:
Zum Anzug
Trenchcoat und Kaschmirmantel tragen sich beide hervorragend über Tailoring. Wählen Sie eine Nummer größer als beim Sakko, damit unter dem Mantel noch Platz für einen Blazer bleibt, ohne dass die Schulterlinie verrutscht.
Zu Denim und Strick
Gerade die Jacke in Marine wirkt offen getragen, über einem leichten Pullover, deutlich lässiger als sein förmlicher Ruf vermuten lässt. Auch hier gilt: lieber eine Idee weiter geschnitten als zu eng.
Zur Freizeit
Die Jacke mit Lammfellkragen ist unser Vorschlag für alle, die von der klassischen Lederjacke wegwollen, ohne auf Statur zu verzichten. Zu einer schlichten Chino und einem feinen Cardigan bleibt der Look aufgeräumt, auch am Wochenende.
Unser Fazit
Private White V.C. ist für uns keine kurzfristige Ergänzung, sondern eine Marke, die zu unserem Verständnis von Handwerk passt: eine Fabrik, eine Familie, ein Material, das seit fast neunzig Jahren funktioniert. Wer in dieser Saison in einen Mantel oder eine Jacke investieren möchte, die nicht nur gut aussieht, sondern auch erklärbar ist, dem lege ich die drei hier vorgestellten Stücke besonders ans Herz.
Sie finden Private White V.C. ab sofort bei uns im Store und online. Gerne beraten wir Sie auch persönlich über WhatsApp, schicken Fotos einzelner Teile oder stimmen mit Ihnen ab, welches Modell zu Ihrer Garderobe passt.
Clemens Wirschke












